FDB – Studienreise vom 22.-25.04. 2010 nach Schweden
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen.
Ich höre gerade die CD „Sounds of Sund“ des Weltklasse-Männerchores „Orphei Drängar“ unter der Leitung von Robert Sund und lasse im Geiste noch einmal die beeindruckenden musikalischen Impressionen der Studienreise an mir vorüberziehen.
Da waren drei Stunden, die wir am Freitagvormittag der Probe des Stockholmer Rundfunkchores beiwohnen konnten: ein von der ersten bis zur letzten Minute kurzweiliges Seminar professioneller Chorarbeit. (Warum durfte ich immer nur Laienchöre leiten…?) Die Qualität dieses Chores überraschte weniger, konnte man sie doch von einem professionellen Rundfunkchor erwarten. Hochinteressant das vielseitige und in allen Bereichen so gefällige Programm und die Leichtigkeit, mit der der Chor es in jeder Phase bewältigte: Im ersten Teil Originalkompositionen von J. S. Bach, begleitet und kontrastiert von einem modernen Solisten-Ensemble mit Gitarre, Saxophon und Solo-Gesang. Nach der Pause viele hochinteressante Arrangements. – Die virtuose Allegro-Fuge im leichten Swing bei höchster Schwierigkeit ist mir ein Ohrwurm geblieben.
Der Nachmittag für mich der Höhepunkt der Reise: ein Workshop für Kompositionsstudenten der Musikhochschule mit dem Adolf Frederik Mädchenchor unter Bo Johansson. Obwohl Robert Sund uns im Vorfeld die Qualität dieses Mädchenchores geschildert hatte und ihn uns als einer der besten und bedeutendsten Mädchenchöre Schwedens vorgestellt hatte (laut Eric Ericson: „…this has to be one of the best girls choirs in the world“), konnte keiner von uns erahnen oder ermessen was auf uns zu kam: Die freudige und begeisternde Arbeit von Bo Johansson mit „seinen“ Mädchen lässt sich mit Worten nicht beschreiben! Eine Chorarbeit und Chorausbildung, die in unserem Bildungssystem kein vergleichbares Podium hat! Ich denke, jeder von uns war beeindruckt, begeistert und gleichzeitig nahe fassungslos im Staunen.
Am nächsten Tag Teilnahme an der Probe des Weltklasse-Männerchores „Orphei Drängar“ im Universitätsgebäude. Ein 80-Mann-Männerchor in jungem Altersdurchschnitt, das Maximalalter ist auf 55 Jahre beschränkt, die Chormitglieder kommen aus der ganzen Region, es werden nur höchstqualifizierte Sänger aufgenommen, nach vorheriger Aufnahmeprüfung, die nur einmal im Jahr stattfindet. Robert Sund hatte für jeden von uns eine Partiturenmappe parat, so dass wir die Arbeit anhand der Noten mitverfolgen konnten und gleichzeitig Einblick hatten in die Schwierigkeit und den künstlerischen Wert des jeweiligen Arrangements.
Am Nachmittag das große Konzert im festlichen Ambiente und in der hervorragenden Akustik der Universitätsaula, der Chor Top, die Solistin Ohren- und Augenweide, über 1000 Zuhörer, die Moderation in schwedisch, die Musik grenzenlos…
Nach dem Konzert Teilnahme am Bankett des Chores als Ehrengäste! Ein choreigenes Festlokal, es erinnerte mich an ein Schlösschen. Gelöste und ausgelassene Stimmung, aber immer bei absoluter Chordisziplin. Reden, Ovationen, Trink- und Tafelriten, ähnlich einer Studentenverbindung. Viele nette Gespräche mit den schwedischen Sängern, etliche von ihnen konnten Deutsch und freuten sich sehr, ihre Kenntnisse bei uns in der Praxis umsetzen zu können.
Neben dem musikalischen Programm viele persönliche Kontakte und nette Gespräche unter uns Kollegen (und einer Kollegin!) sowohl fachlicher als auch privater Natur und natürlich auch Geselligkeit im hoteleigenen Pub (wir waren jeden Abend die Letzten…).
Als touristisches Highlight das schöne Städtchen Uppsala mit eindrucksvollem Dom (Teilnahme an der Messe am Sonntag), Universität, Altstadt, Fußgängerzone. Es lohnt sich wiederzukommen.
Ein herzliches Dankeschön dem FDB, der in seinem Jubiläumsjahr diese Reise initiiert hat und uns so die Möglichkeit gegeben hat, Einblick zu nehmen in eine andere Chorliga.
Ein besonderes Lob dem 1. Vorsitzenden Michael Rinscheid, der die Organisation innehatte und gleichzeitig als Reiseleiter fungierte.
Lieber Michael, ganz herzlichen Dank für deinen Einsatz, deine Arbeit, alle deine Bemühungen und dein persönliches Engagement für das Gelingen diese Reise. Ich glaube, ich spreche hier für alle Reiseteilnehmer, es hat uns viel Spaß und viel Freude gemacht und wir haben sehr viele unvergessliche Eindrücke mitgenommen!
Manfred Bühler, Musikdirektor FDB
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