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…der WebprĂ€senz der Ă€ltesten und grĂ¶ĂŸten
Chorleitervertretung Deutschlands, dem Fachverband Deutscher Berufschorleiter e.V. (FDB).

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FDB-Studienreise 2016 nach Schweden

Orphei DrÀnger Konzert

Bereits zum vierten Mal fĂŒhrte der Fachverband Deutscher Berufs-Chorleiter vom 13. bis 17. April eine Studienreise durch, Ziel Schweden. Zwölf Chorleiter/innen starteten in der Mittagszeit vom Flughafen Frankfurt aus und landeten zwei Stunden spĂ€ter pĂŒnktlich auf dem Stockholmer Flughafen Arlanda. Schon gleich nach der Einquartierung im Hotel, das sehr zentral in der Innenstadt gelegen war, wurde der erste Programmpunkt in Angriff genommen. Jeder, der schon einmal eine FDB-Reise mitgemacht hat, weiß, dass die Reisenden ein Programm erwarten dĂŒrfen, das mit einem Highlight nach dem anderen gespickt ist. So auch in diesem Jahr. Die Gruppe durfte einige der besten Chöre Schwedens bei Probe und Konzert erleben, so z. B. den St. Jacobs Kammerchor unter Gary Garden, den Gustav Sjökvists Kammerchor unter Maria Goundorina, den Stockholmer Rundfunkchor unter Fredrik Malmberg und – gewissermaßen als SahnehĂ€ubchen zum Abschluss – den fantastischen MĂ€nnerchor Orphei DrĂ€ngar unter Cecilia Rydinger Alin, die 2008 Robert Sund in der Leitung des Chores abgelöst hat.

Eben dieser Robert Sund war es, der die Gruppe stets persönlich begleitete und ihr zu manchem unverhofften Leckerbissen verhalf, der einem Schweden-Touristen im Normalfall verwĂ€hrt bleibt. So verschaffte Sund der FDB-Delegation ĂŒber das von der schwedischen Agentur STIM organisierte Programm hinaus die Teilnahme am exklusiven Galadiner bei Orphei DrĂ€ngar oder die Begegnung mit vier schwedischen Komponistinnen wĂ€hrend einer idyllischen Schiffsfahrt auf den Stockholmer SchĂ€ren, bei der ein köstliches Vier-GĂ€nge-MenĂŒ serviert und ein erlesener Wein kredenzt wurde. Hochinteressant war eine Hospitation im Musikunterricht des Adolf-Fredriks-Gymnasiums, wo die Gruppe eindrucksvoll vorgefĂŒhrt bekam, woran es an den meisten deutschen Schulen heutzutage massiv fehlt, nĂ€mlich an einer intensiven musischen Erziehung. Außerdem stand ein Besuch im bekannten schwedischen Verlagshaus Gehrmans an. Dort durften sich die Teilnehmer/innen nach Herzenslust in den Archiven umsehen und einen Blick in den gewaltigen Vorrat an Partituren werfen. Einhelliges Fazit der Reisegruppe: Mehr geht nicht!

Kein Wunder also, dass die Teilnehmer/innen voll des Lobes fĂŒr Michael Rinscheid waren, der als Vorsitzender des FDB und als Initiator der Reise seinen Mitgliedern zu einzigartigen Erlebnissen und EindrĂŒcken in Schwedens vorbildliche Chorlandschaft verholfen hat.


Das Chorjahr 2016 begann mit einem Paukenschlag

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Als wahrer Paukenschlag erwies sich der Chormusik-Kongress vom Chorverband Rheinland-Pfalz, der gemeinsam mit dem FDB-Chorleitersymposium am 23. und 24. Januar 2016 im Landesmusikgymnasium Montabaur stattfand. Hochzufriedene Teilnehmer, die voll des Lobes waren, und ein Chorverband der einmal mehr positiv im Mittelpunkt des Geschehens stand.

„Selten haben wir auf eine Veranstaltung derartig viele, durchweg positive Reaktionen erhalten, wie zu diesem Kongresswochenende“, freut sich ChorverbandsprĂ€sident Karl Wolff. Auch Verbands-Chorleiter Michael Rinscheid zeigte sich Ă€ußerst zufrieden, sowohl was die QualitĂ€t der Workshops anging, als auch zur ausgesprochen hohen Teilnehmerzahl: „Wir hatten mit 150 bis 200 Teilnehmern gerechnet“, sagte er. „Dass am Schluss aber rund 300 Teilnehmer am ersten und 200 am zweiten Tag die Workshops besuchten ĂŒbertraf unsere Erwartungen bei weitem.“ Im GesprĂ€ch mit der regionalen Presse bezeichnete Rinscheid das Kongresswochenende gar als das Beste, was der Chorverband in zwei Jahrzehnten auf die Beine gestellt habe. Einzelne Workshops waren so gut frequentiert, dass man kurzerhand die Teilnehmergruppen aufteilen musste und den zweiten Workshop am Nachmittag anbot.

Begeisterte Teilnehmer
Eine ambitionierte Chorleiterin resĂŒmierte: „Ich bin 62 Jahre alt. Warum tue ich mir das an? Fortbildung immer noch?! Ja, immer noch. Als Chorleiterin, Stimmbildnerin und Dozentin muss ich ununterbrochen liefern. Es tut unendlich gut sich einmal zurĂŒckzulehnen und andere machen zu lassen. Vieles, was man schon einmal gehört hat, verblasst mit der Zeit, manchmal wird man im tĂ€glichen Kampf etwas mĂŒde. Nach so einem Wochenende sind die Batterien wieder aufgeladen, der alte Schwung ist wieder da.“

„Das muss unser Ziel sein“, so Wolff, „Chorleiter zu neuem Tun und Handeln anzuregen. Möglichkeiten aufzuzeigen, Chormusik neu darzustellen und sie vor allem fĂŒr das Publikum attraktiv zu machen. Denn wir singen zwar weil es uns Freude bereitet, jedoch muss dieser Funke auch bei einer Chorveranstaltung auf das Publikum ĂŒberspringen. Es gibt eine bekannte Redensart: ‚Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.‘ Jeder Chor ist WerbetrĂ€ger fĂŒr sich selbst, vor allem aber auch fĂŒr das Singen im Chor. So muss also der Auftritt das Publikum begeistern und — idealerweise — den Zuschauer/die Zuschauerin dazu animieren, selbst im Chor mitsingen zu wollen.“

Höchste Anerkennung fĂŒr die Dozenten
Zur Reihe der international renommierten Fachdozenten gehörten bekannte Namen. So der schwedische Chorleiter Robert Sund wie auch Prof. Michael Schmoll, Claudia RĂŒbben-Laux, der Komponist Wolfram Buchenberg, Willi Kastenholz, Miriam Umhauer, Krystian Skoczowski, Dorothee Fontain, Prof. Dr. Hans Frambach, Miriam SchĂ€fer und Prof. Matthias Beckert. Aus dem Gebiet des Chorverbandes Rheinland-Pfalz referierten Tobias Simon, JĂŒrgen Faßbender und Angela Siry. Alle Dozenten begeisterten in ihren Workshops sowohl gestandene Chorleiter als auch ambitionierte SĂ€nger in gleichem Maße. Ob bei Gehörbildung, Stimmbildung, Choreographie oder dem Kennenlernen neuer Literatur — jeder der Teilnehmer bestĂ€tigte, viele neue Impulse erhalten und sehr viel Neues fĂŒr sich mitgenommen zu haben.

Erstklassige Ensembles, glanzvolle Konzerte
Die Konzerte an beiden Tagen waren die qualitative FortfĂŒhrung der Tagesworkshops. Einhellig positiv war daher auch das Echo der Konzertbesucher.
Am Abend des ersten Kongresstages stand in der Aula des Musikgymnasiums ein Konzert mit dem europaweit bekannten Quartett „Quartonal“ auf dem Plan. Selbst ein King’s-Singers-Mitglied schilderte zu „Quartonal“, wie tief beeindruckt man von der Ausgewogenheit, der Harmonie und dem musikalischen Niveau dieses Quartetts und seiner SĂ€nger war. Und „Quartonal“ bestĂ€tigte diesen Eindruck und seinen Ruf als eines der besten deutschen Vokalensembles. Mit einem Titelmix der von der Renaissance bis zur populĂ€ren Chormusik reichte, ĂŒberzeugten Sönke Tams Freier, Christoph Behm, Mirko Ludwig und Florian Sievers mit höchster PrĂ€zision ihrer fein aufeinander abgestimmten Tonlagen: Bass, Bariton, zweiter Tenor und der erste Tenor, der auch die Counterparts ĂŒbernahm.

Am Sonntagnachmittag fand das das begeisternde Abschlusskonzert in der Elgendorfer Mehrzweckhalle mit rund 300 Besuchern statt. Jessica Burggraf legte mit ihren „Singsations“ eine Ă€ußerst starke Eröffnung vor. Der aus Limburger Domsingknaben gegrĂŒndete Chor „Cantabile Limburg“ spannte den qualitativen Bogen weiter. Unter der Leitung von JĂŒrgen Faßbender boten die 18 MĂ€nner einen klangvollen Sound in allen Teilen ihres anspruchsvollen Programms. „Belcanto“, der Chor von Michael Rinscheid, bildete den glanzvollen Abschluss. Die SĂ€ngerinnen und SĂ€nger ĂŒberzeugten mit lupenreiner Intonation, mit Dynamik und Esprit in allen ChorstĂŒcken.
Dieses Abschlusskonzert hinterließ nur restlos begeisterte Zuschauer. „Das war ein echtes Fest fĂŒr Auge und Ohr“, zeigte sich ein Konzertbesucher begeistert.

Dieter Meyer
Referent Presse/Kommunikation
im Chorverband Rheinland-Pfalz e.V.


Junior-Mitgliedschaft

Um jungen Chorleiterinnen und Chorleitern den Einstieg in den FDB zu erleichtern und ihnen das Ausschöpfen des Angebots zu ermöglichen, ohne sie gleich mit der vollen Beitragspflicht zu belasten,  bietet der Verband die spezielle Form einer Junior-Mitgliedschaft bei einem ermĂ€ĂŸigten Jahresbeitrag von 20 € an. Chorleiterinnen und Chorleiter, die zwar bereits Chöre leiten, aber ihr Studium bzw. ihre Ausbildung noch nicht abgeschlossen und das Höchstalter von 25 Jahren noch nicht erreicht haben, können als Junior-Mitglied max. zwei Jahre lang dem Verband angehören und dessen Angebot fĂŒr sich nutzen. Nach Ablauf der zweijĂ€hrigen Junior-Mitgliedschaft setzt automatisch die Vollmitgliedschaft incl. Vollbeitragspflicht ein, es sei denn, die Mitgliedschaft ist termingerecht aufgekĂŒndigt worden.

Den Aufnahmeantrag finden Sie unter „Mitgliedschaft„.


FDB-Studienreise 2014 nach Prag

Zehn deutsche Chorleiter/innen erleben eine FĂŒlle musikalischer HochgenĂŒsse

Nach zwei bestens gelungenen Reisen nach Schweden (2010) und Österreich (2012, Spittal) stand in diesem Jahr Prag, die „Goldene Stadt“ mit dem unvergleichlichen Reichtum an kulturellen GĂŒtern, auf dem Programmzettel des FDB. Um es gleich vorwegzunehmen, diese Reise hatte es in jeder Beziehung „in sich“, die Teilnehmer kehrten reich beschenkt aus der Moldau-Metropole zurĂŒck.

Gestartet wurde am Montagmorgen, 07. April, 7.05 Uhr, vom Flughafen Köln aus. PĂŒnktlich waren zwei Damen und acht Herren eingetroffen, um nach einstĂŒndigem Flug den georderten Mini- Bus zu besteigen und wenig spĂ€ter im zentral gelegenen Hotel Yasmin einzuchecken. Dank der perfekten Organisation des 1. Vorsitzenden, Michael Rinscheid, unterstĂŒtzt vom Prager Prof. Miroslav KoĆĄler, lief das gesamte Programm wie am SchnĂŒrchen ab.

Schon in der Mittagszeit lernten wir unter kundiger FĂŒhrung die Prager Alt- und Josephstadt kennen, genossen das herrliche Wetter und erfrischten uns mit einem GetrĂ€nk in einem Schiffsrestaurant auf der Moldau. Die Fortsetzung der Stadtbesichtigung mit Besuch der Prager Burg und Veitsdom war fĂŒr Dienstagnachmittag angesetzt, der Montagabend war mit dem Besuch einer Probe des Chors der Karls-UniversitĂ€t ausgefĂŒllt. Hier erlebten die Reiseteilnehmer einen ausgezeichneten Chor beim Einstudieren von Antonin Dvoƙáks packendem Stabat mater. Anschließend konnten alle erfreut feststellen, wie gut ein Glas Pilsener Urquell schmeckt und wie wenig es in Prag kostet.

Der Dienstagmorgen wartete mit einem Highlight der besonderen Art auf: Im Rudolfinum, einem ausgesprochen schönen Konzertsaal, waren die Teilnehmer als Zuhörer bei der Probe des Prager Philharmonischen Chores und der Tschechischen Philharmonie zugelassen. Unter dem Dirigat von GMD Manfred Honeck wurde der letzte Schliff an Verdis Requiem vorgenommen. Alle wurden von einer unbeschreiblichen Spannung erfasst, Solisten, Chor und Orchester leisteten Vorbildliches. Kein Wunder also, dass man sich auf die AuffĂŒhrung am folgenden Mittwochabend freute. Und tatsĂ€chlich, die AuffĂŒhrung im voll besetzten Rudolfinum wurde zu einem grandiosen musikalischen Ereignis. Selten wird man Verdis Monumentalwerk mit solcher IntensitĂ€t dargeboten bekommen wie an diesem Abend in Prag. Aber auch schon der Dienstagabend war mit einem musikalischen Großereignis ausgeklungen, einer Opern-AuffĂŒhrung in der Prager Staatsoper. In dem herrlichen Ambiente des  Raums sorgte Verdis Nabucco fĂŒr eine starke Wirkung.

Am Mittwochnachmittag traf die Reisteilnehmer ein wahrer Paukenschlag. Frau KoĆĄler, die Gattin unseres Verbandsmitglieds Prof. Miroslav KoĆĄler, hatte die Gruppe in den Probesaal des Prager Philharmonischen Kinderchors begleitet. Vorher waren alle darĂŒber informiert worden, dass es sich um den besten tschechischen Chor dieser Gattung handele. Was das aber besagte, erfuhren wir erst, als wir den Chor leibhaftig zu sehen und zu hören bekamen. Die Kinder und Jugendlichen bewĂ€ltigten Chorwerke im höchsten Schwierigkeitsgrad, als gĂ€be es kaum etwas Einfacheres. Man hatte den Eindruck, das Problem der Intonationsreinheit existiere nicht. Da wunderte es keinen, dass dieser Chor Einladungen aus der ganzen Welt erhĂ€lt und alles, was es bei Wettbewerben zu gewinnen gibt, lĂ€ngst im Archiv untergebracht hat. Und dann am Abend Verdis Requiem


Der letzte Vormittag der Reise, Donnerstag, war fĂŒr Packen und Einkaufen reserviert. Nach Mittag aber sollte noch Zeit fĂŒr ein SahnehĂ€ubchen bleiben. Wieder von Frau KoĆĄler gefĂŒhrt, trafen wir gegen 16.00 Uhr im Prager Konservatorium ein, um dort bei einer Lektion in Chorleitung in der Klasse des 82-jĂ€hrigen Prof. M. KoĆĄler zu hospitieren. Es war eine faszinierende Erfahrung, dass gekonntes Chorleiten nicht mit dem richtigen Taktschlag und sauberer Tonangabe getan ist. Das sind nur die elementaren Voraussetzungen. Der wahre Chorleiter, und als ein solcher erwies sich Prof. KoĆĄler in beeindruckender Weise, muss zuallererst ein guter Musiker sein, und das ist mehr als alle Schlagtechnik bewerkstelligen kann. NatĂŒrliches Atmen, Bögen sinnvoll spannen, Phrasen abgrenzen, GespĂŒr fĂŒr Organisches 
, diese und andere Kriterien sind es, nach denen sich die Spreu vom Weizen trennen lĂ€sst. So bot ein wunderbarer Einblick in die tiefe MusikalitĂ€t eines großen KĂŒnstlers den Abschluss des musikalischen Programms dieser FDB-Prag-Reise.

Perfekt wie die Hinreise verlief die RĂŒckreise nach Köln. Die Teilnehmer waren allesamt begeistert. Herzlichen Dank an Michael Rinscheid, der wieder einmal sein hervorragendes Organisationstalent bewiesen hat!

Willi Kastenholz


Hörend singen und singend hören

Stimmbildung fĂŒr ChorsĂ€nger hat oft den Beigeschmack einer trockenen PflichtĂŒbung. Das geht auch anders. Ein Seminar mit dem MusikpĂ€dagogen Uli FĂŒhre in Schweich hat gezeigt: Auch bei der Stimmbildung kann die Musik im Mittelpunkt stehen.

Stimmbildung muss keine TrockenĂŒbung sein: Die Teilnehmerinnen singen eine Komposition von Trainer Uli FĂŒhre. Wie mĂŒhelos dieser unscheinbare Mann mit dem leicht gebĂŒckten Gang und dem schlohweißen Haar die Menschen begeistern kann! Uli FĂŒhre gelingt das mit zwei, drei Gesten, mit kleinen Pointen und mit einer schwer bestimmbaren, aber ĂŒberzeugenden Ausstrahlung von Kompetenz.
Mehr als 100 Personen sind zum Seminar mit dem saloppen Titel „Es ist Stimmzeit“ gekommen – so viele, dass der Organisator, Dekanatskantor Johannes Klar, an die 30 Absagen verschicken musste und man den Proberaum im Pfarrheim St. Martin kurzfristig erweitert hat. Zwei Tage lang vermittelt Uli FĂŒhre, der MusikpĂ€dagoge und Komponist aus dem Breisgau, Stimmbildung und Singen fĂŒr Chor. Und die Teilnehmer, sie sind hellwach und mit einer Freude dabei, die ansteckt.
SelbstverstĂ€ndlich ist das Stimmbildungs-Seminar keine Schweicher Lokalangelegenheit. Veranstaltet wurde es vom Fachverband Deutscher Berufschorleiter in Verbindung mit dem Landeschorverband und den KreischorverbĂ€nden. Rund um Uli FĂŒhre sitzen erfahrene SĂ€ngerinnen und SĂ€nger aus der Region. Die können rasch umsetzen, was FĂŒhre vorgibt.

KörpergefĂŒhl wird gestĂ€rkt

Was er trainiert, vermittelt er in Bildern, in alltĂ€glichen Situationen. Zum Beispiel „vor dem Schwarzwaldhaus im Regen“ – da ist es kalt, alle schĂŒtteln die Schultern und legen Verspannungen ab. Oder „Wasser schippen“, „Wellen bilden“ und „die Schubkarre anheben“ – das stĂ€rkt das KörpergefĂŒhl. Oder auch das „alte, lispelnde MĂŒtterchen“ – da geht es um Lippenbeweglichkeit und entspannte Gesichtsmuskulatur.Etwas Wichtiges kommt hinzu: Bei FĂŒhre ist Stimmbildung von Anfang an Musik. Schon nach den ersten Tönen teilt er die Teilnehmer in zwei Stimmgruppen und begleitet am Klavier. Es soll ein Singen sein mit sicherem KörpergefĂŒhl, aber ohne Druck und mit ausgeprĂ€gter Freude am vollen, runden Chorklang. Und plötzlich ist der da – klingend, und doch leicht und obertonreich.
„Mir geht es um Stimmbildung fĂŒr Laien“ sagt FĂŒhre im GesprĂ€ch mit dem TV. „Ich will die normale Sprechstimme in Richtung Singstimme entwickeln.“ Sein Ideal ist der „artikulationsreiche Klang, ohne Druck, aber mit inneren RĂ€umen“. Vorbilder? Zum Beispiel der RIAS-Kammerchor oder das Hilliard-Ensemble, das mehrfach in Trier auftrat und sich jetzt leider auflöst.
All das realisiert sich nicht von allein. „Wir mĂŒssen arbeiten, ganz gleich ob bei Bachs Johannes-Passion oder irgendeinem Schlager.“ Aber diese Arbeit macht immensen Spaß. Uli FĂŒhre lĂ€sst im Seminar nur Musik von Uli FĂŒhre singen – „da mache ich bei anderen nichts kaputt“. Seine StĂŒcke sind popularmusikalisch inspiriert, swingen oft locker, und die meisten verpacken geschickt ein paar sĂ€ngerische Übungen.

Individueller Prozess

Dabei stilisiert sich Uli FĂŒhre nicht zum stimmtechnischen Heilsbringer. „Singen ist ein individueller Prozess“, sagt er und betont sogar zweimal: „Nicht alles ist fĂŒr alle richtig.“ Stimme und Persönlichkeit sind so eng verbunden, dass Stimmbildung Sache jedes Einzelnen bleibt. Umso wichtiger ist das Bewusstsein, im Chor Teil eines großen, klingenden Organismus zu sein.Dabei hilft die Chor-Improvisation. FĂŒhre teilt die Gruppe erneut und geleitet die einzelnen Stimmen durch ein Dickicht von Dissonanzen hin zu reiner Harmonie. Da ist Aufeinanderhören Pflicht. SĂ€ngerinnen und SĂ€nger halten an ihrer Stimme fest und achten zugleich auf das klingende Umfeld. Singend hören und hörend singen – damit beginnt die echte Chorkultur. (Jörg May)


„Singen mit Jungen, aber richtig“

Seminar fĂŒr Chorleiter(innen) mit Berliner und Schweicher Jungen

Dem Schweicher Dekanatskantor und Regionalchorleiter Musikdirektor Johannes Klar ist es wieder einmal gelungen Prof. Kai-Uwe Jirka von der UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin sowie Judith Kamphues, ebenfalls aus Berlin, fĂŒr ein hochkarĂ€tiges Chorleiterseminar nach Schweich zu holen. Mit im GepĂ€ck der Berliner Dozenten waren auch 12 Berliner Domsingknaben.  Weitere 15 Knaben aus dem Umfeld von Schweich bildeten den sogenannten „Studienchor“. Es sollte ein “Knabenchorseminar“ werden
 doch es war am Ende mehr. Mit viel Esprit und Empathie haben Judith Kamphues und Prof. Kai-Uwe Jirka die Knaben zum Singen angeregt. In getrennten Einzelproben mit den Moselaner und den Berliner Knaben entlockten die Dozenten unerwartete Töne, bis hinauf zum „f4“, und weckten die Lust nach mehr.

Ein Fußballspiel zwischen den Berliner- und den  Moselbuben komplettierten das 2-tĂ€gige Seminar, welches seinen Abschluss in der Gestaltung des sonntĂ€glichen Hochamtes in der Pfarrkirche St. Martin fand. Stimmen so rein wie die Glocken des Kirchturms verfehlten nicht  ihre positive Wirkung auf die Gottesdienstbesucher. Die Schweicher Knaben wurden angesteckt von der Begeisterung der Berliner GĂ€ste und es war sicherlich nicht das letzte Zusammenkommen auf dieser Ebene.

ResĂŒmee: Die Auswirkungen der Arbeit mit Jungen, ĂŒberhaupt mit Kindern haben enorme Auswirkungen auf die Arbeit mit Erwachsenen, dies wurde einmal mehr durch dieses Seminar  deutlich. Das weit verbreitete Jammern ĂŒber fehlenden Nachwuchs hilft ĂŒberhaupt nicht weiter, im Gegenteil, man muss sich uneingeschrĂ€nkt  und mit Leidenschaft auf diese tolle Arbeit einlassen. Dies gilt im Besonderen fĂŒr jede Chorleiterin und jeden Chorleiter, aber auch die SĂ€ngerschar ist in dieser Sache angesprochen. Nur wer sich  als Erwachsener fĂŒr die jungen Leute interessiert, ihnen mit Respekt begegnet, der wird erleben, dass dies irgendwann zurĂŒckkommt. Das Singen und Musizieren stirbt nicht aus, im Gegenteil,  es hat nur ein anders Gesicht bekommen.   O. Ton: Johannes Klar!

Der gelungene Aufbruch in Schweich wird seine Fortsetzung finden konstatiert Regionalchorleiter und Dekanatskantor Johannes Klar. Die junge Generation nimmt uns in die Pflicht!

UnterstĂŒtzt wurde dieses Seminar vom  Fachverband Deutscher Berufschorleiter, der Region 4 im Chorverband Rheinland-Pfalz, dem Kreischorverband Trier-Saarburg, den Kreiskulturtagen und der Grundschule Schweich sowie dem Dekanat Schweich-Welschbillig.

Jörg May


FDB-Studienreise 2012 nach Spittal (Österreich)

Impressionen einer Reise

Ziel der ersten Studienreise des FDB im Jahr 2010 war Schweden gewesen, und nach allem, was es darĂŒber zu hören und zu lesen gab, muss die Unternehmung fĂŒr alle Teilnehmer ein einzigartiges Erlebnis gewesen sein. Kein Wunder also, wenn unter den diesjĂ€hrigen Teilnehmern durchaus Skepsis aufkam, ob denn die Reise in das kleine, etwas abseits gelegene AlpenstĂ€dtchen Spittal an der Drau auch nur annĂ€hernd einem Vergleich wĂŒrde standhalten können.

Um es vorwegzunehmen, die hoch gesteckten Erwartungen wurden nicht nur erfĂŒllt, sie wurden in jeglicher Hinsicht weit ĂŒbertroffen. Ob die Unterkunft und Verpflegung im idyllisch gelegenen Hotel „Landhof Simeter“, ob die Chemie in der 11-köpfigen Reisegruppe, ob die freundliche Witterung und das schier ĂŒberwĂ€ltigende musikalische Programm: Alles war bis ins Detail mit großer Umsicht und Sorgfalt vorbereitet, alle Programmpunkte waren zielgenau auf die Teilnehmergruppe abgestimmt. FĂŒr die MĂŒhen der Planung und DurchfĂŒhrung gebĂŒhrt unserem Vorsitzenden, Michael Rinscheid, und unserem ortskundigen Kollegen, Hubert Reuter, der in Spittal offenbar so etwas wie die Rechte eines Einheimischen genießt und der die FĂ€den der Organisation unablĂ€ssig in der Hand hielt, unser aller herzlichster Dank.

Schon der Ankunftstag, Donnerstag, 5. Juli, hatte es in sich. Nach gemeinsamem Abendessen im Hotel ging es per Taxi, das uns zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Abruf zur VerfĂŒgung stand, ins StĂ€dtchen hinunter, genauer in das mit beeindruckendem Ambiente und mit hervorragender Akustik ausgestattete Schloss Porcia. Der veranstaltende Chor, der „Singkreis Porcia, Spittal“ unter Leitung von Bernhard Wolfsgruber, eröffnete mit einem BegrĂŒĂŸungskonzert den 49. Internationalen Chor-Wettbewerb und bedachte darin jeden einzelnen Teilnehmerchor mit einem Vortrag in dessen Landessprache. Sicher keine leichte Aufgabe, denn unter den zehn zugelassenen Chören befand sich auch je ein Vertreter aus Slowenien, Ungarn, Japan, Indonesien oder SĂŒdafrika.

Als besondere Annehmlichkeit empfanden wir, dass bei allen Konzerten fĂŒr unsere Gruppe Topp-PlĂ€tze in dem vollen Haus reserviert waren, wir also – trotz großen Andrangs – nie anstehen oder gar warten mussten.

Am Freitagmorgen wurden wir vom Leiter und BegrĂŒnder des Wettbewerbs, Prof. Hellmuth Drewes, persönlich in den wunderbar restaurierten RĂ€umen des Schlosses empfangen und bewirtet. Anschließend durften wir exklusiv die Akustikprobe aller Chöre miterleben. Nach Mittag nahm sich Prof. Drewes sogar noch die Zeit, uns die Eigenheiten des kĂ€rtnerischen Volkslieds zu erlĂ€utern und einige Lieder mit uns zu singen, womit er uns ein unverhofftes VergnĂŒgen bereitete. Am Abend traten die Chöre zum Volkslied-Wettbewerb an, bei dem vorzĂŒgliche Leistungen geboten wurden. Gewinner war am Ende der Kammerchor KlangsCala aus Salzburg, dicht gefolgt von den Chören aus Laibach (Slowenien) und Tokio (Japan).

Plichtchor-Wettbewerb und Kunstlied-Wettbewerb waren die Haupt-Programmpunkte am Samstag. Vormittags hatten die Chöre ihre drei PflichtstĂŒcke (Gallus, Stanford und Thurnher) vorzutragen, am Abend standen die Werke eigener Wahl auf dem Programm. Was von den Chören verlangt wurde, grenzte ans Unvorstellbare. Ein sehr breites und schwieriges Programm galt es durchzustehen, wĂ€hrend die Ruhezeit stark eingeschrĂ€nkt war. Schon kurz nach 6:00 Uhr z. B. beendete der Chor aus SĂŒdafrika unseren Schlaf mit EinsingĂŒbungen auf einer hotelnahen Waldlichtung, damit er fĂŒr den Wettbewerb ab 9:30 Uhr stimmlich gerĂŒstet war. Erst nach Mitternacht wurden die Ergebnisse bekanntgegeben, und der nĂ€chste Tag stellte die Chöre wieder vor neue Herausforderungen. Den Sieg am Sonntag (Kunstlied) konnte der von Sebastjan Vrhovnik geleitete Chor APZ Tone Tomsic aus Laibach mit einer grandiosen Darbietung erringen. Den zweiten Platz erreichte der Chor aus Errenteria (Spanien) vor dem Chor aus Tokio, dessen jugendliche SĂ€ngerinnen und SĂ€nger sich zum zweiten Mal ĂŒber einen dritten Platz freuen durften.

Der Sonntagvormittag stand im Zeichen sakraler Musik. Jeder Chor musste um 10.00 Uhr in einer Kirche einen Gottesdienst musikalisch gestalten und sich ab 11:00 Uhr zum Offenen Singen im Stiftshof (Milstatt) einfinden. Bei strahlendem Sonnenschein erklangen Volkslieder aus aller Herren LĂ€nder, eine passende Gelegenheit fĂŒr die FDB-Abordnung, sich bei Prof. Hellmuth Drewes und dem Singkreis Porcia fĂŒr die freundliche Einladung und zuvorkommende Betreuung zu bedanken. Unter dem Beifall der Juroren, der teilnehmenden Chöre und der zahlreichen Zuhörer ĂŒberreichte Michael Rinscheid die mit Widmungsgravur versehenen Geschenke. 

Am gleichen Nachmittag fand sich Prof. Felix Resch, einer der Juroren, im Hotel Simeter zu einer GesprĂ€chsrunde ein und gab bereitwillig Auskunft auf Fragen, die sich auf Chor-Wettbewerbe im Allgemeinen und auf den Spittaler Porcia-Wettbewerb im Besonderen bezogen. Den eigentlichen musikalischen Abschluss des Wettbewerbs und damit unserer Reise bildete das PreistrĂ€gerkonzert am Sonntagabend, in dem die drei prĂ€mierten Chöre noch einmal eine Auswahl an Werken in mustergĂŒltigen Interpretationen zu Gehör brachten.

Zu Ende ging das Konzert mit einem sehr persönlichen Wort von Hellmuth Drewes, der nun fĂŒr 2013 diesen unvergleichlichen Wettbewerb zum 50. Mal proklamieren konnte. Er schaute aber auch zurĂŒck und bedankte sich bei allen Akteuren. Es war mehr als nur eine freundliche Geste, als der knapp 80-JĂ€hrige schließlich das Wort an Michael Rinscheid und die anwesenden FDB-Chorleiter richtete. Er hob lobend die nachahmenswerte Idee des FDB heraus, der durch das Miterleben solcher chorischen Highlights seinen Mitgliedern prĂ€gende Einblicke in das internationale Chorleben verschaffe und zugleich ungeahnte Chancen fĂŒr die Steigerung der eigenen Arbeit eröffne.

Am Montag, 9. Juli, endete die zweite FDB-Studienreise ins österreichische Spittal. In Bezug auf chorische HochgenĂŒsse war sie ganz sicher jedem Vergleich gewachsen, ihr perfekter Verlauf hat das Attribut „Harmonie“ in jeder Beziehung verdient. (Willi Kastenholz)